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Tag 115 – Der Beginn von Teil II

Fast genau drei Wochen ist es her, dass ich die WTZ Station verlassen habe… Manchmal wache ich nachts auf, weil ich davon träume, dass ich gleich eine Infusion bekomme…
Manchmal wird mir bei bestimmten Gerüchen immer noch ziemlich übel…
Manchmal kann ich es immer noch nicht recht glauben, dass ich Teil I – Die Chemo hinter mir habe. Gott sei Dank, sind diese Zweifel und Ängste mittlerweile deutlich weniger geworden. Wobei ich manchmal Gott nur schwer für die zurückliegenden Tage danken kann. Da denke ich mir öfter: „Was zur Hölle sollte das!“

Geblieben sind mir von der Chemo ab und zu ein ziemlich heftiges unkontrollierbares Zittern der linken Hand und ein dauerhaftes Piepen in den Ohren verbunden mit ziemlichen Schwierigkeiten, Geräusche auseinanderzuhalten. Aber sonst geht es mir insgesamt ziemlich gut. Sogar die Haare kommen langsam zurück, zumindest da wo ich auf dem Kopf mal Haare hatte 😉

Zudem wurde ich nun informiert, dass die Thoraxchirurgen mit der aktuellen Größe des Tumors zufrieden sind und zuversichtlich seien, dass sie Pumba vollständig entfernen können (eine sogenannte R“null“ Resektion). Für mich und die Langzeitprognose wäre das gut. Es wird aller Voraussicht eine offene Brustkorboperation, die im Nachgang mit sehr viel schonen und einigen Einschränkungen verbunden ist. Wie das genau läuft, soll ich sehr bald in einem Vorgespräch erfahren. An sich finde ich diese Art von Operation schon ziemlich faszinierend und bin gespannt, was ich im Vorgespräch erfahren werde. Ein Termin für die OP steht allerdings noch nicht.

6 Kommentare

  1. Marco und Marlis Dadomo Marco und Marlis Dadomo

    Hallo Max,
    Schön von Dir zu lesen. Bis auf die Nebenwirkungen hört sich das ja alles ziemlich positiv an. Marco weiß aus eigener Erfahrung (Tumoroperation 2009) dass Du bei den Thoraxchirurgen in der Ruhrlandklinik echt gut aufgehoben bist. Die Chirurgen dort sind wirklich absolute Spitze. Wir hoffen jeden Tag dass alles gut verlaufen wird und Pumba bald Vergangenheit ist. …..und dann gibt’s viel Panna Cotta 😉
    Liebe Grüße auch an Caro,
    Marco und Marlis

  2. Dörte Dörte

    Der Max da ist er ja wieder 😊❤️
    Ich freue mich sehr sehr von dir zu hören.
    Ja und schmunzeln muss ich gerade auch….neue Haare…Jubel….und ich bin so gespannt ob es Locken werden 😉…ich kenne nur( mich eingeschlossen) Pumbas die als Zweit- oder Neuhaar Locken hatten….
    Max mit Locken…..

    Siehst du, nun rückt der große Tag der Pumba Entfernung heran….wie weit du schon gelaufen bist vor… zurück…hin und her….mal leichter…mal schwerer…aber du bist gelaufen 👍ein so großes Stück des Weges…

    hinaustreten ins Freie und Offene
    spüren wie die Begrenzung wegfällt
    aufatmen und durchatmen
    atmen
    es wird weit und leichter im Herzen

    dann
    Schritte ins Neuland wagen
    Andersland
    nichts ist vorgezeichnet-vorgeschrieben
    der Weg wird mein Weg
    mit jedem Schritt
    unter mir die Erde- sie trägt
    über mir der weite Himmel
    vor mir der neue lockende Horizont
    Gott-HERR-Heiland

    schließlich
    mich hinsetzen
    ausruhen
    in die Weite schauen ganz lange
    schauen-erahnen-fühlen
    neues Leben
    anders Leben
    aber LEBEN

    ein Körnchen Sand
    eine wilde Blume
    greif das Unendliche mit meiner Hand
    fühle Ewigkeit
    im zeitlosen SEIN

    Eine herzallerliebste Umarmung für dich Max ❤️ und dich Caro❤️🐞

    Dein Segen treuer Gott
    komme auf uns und auf alle Menschen
    die in dieser Nacht aus Angst vor äußerer Bedrohung oder belastet durch Schmerzen und Sorgen
    keinen Schlaf finden.
    Schenke unserer Welt deinen Frieden.

  3. Hans-Joachim und Ruth Ossé Hans-Joachim und Ruth Ossé

    Lieber Max,
    ich verfolge den Umgang mit Deiner Erkrankung und Deinen Aufzeichnungen in einem Tagebuch und freue mich mit Dir über die Fortschritte im Kampf mit Pumba. Was nun noch auf Dich zukommt (Resektion), wirst Du auch schaffen.

    Lass mich aus meiner persönlichen Erfahrung berichten: 1957 wird bei mir im Alter von 22 Jahren eine Lungen-TBC diagnostiziert. Das bedeutete: Raus aus dem Studium der Theologie an der Uni Bonn – 4 Monate isoliert in der Uni-Klinik Bonn – 15 Monate eingesperrt in einer Klinik und einem Sanatorium in Süddeutschland mit Resektion eines Teiles des Lungen-Oberlappens am linken Lungenflügel. (Die Mediziner hatten in den Kriegsjahren im Öffnen eines Thorax Erfahrung gesammelt.) Die seelische Verfassung war auf einem Tiefpunkt, und es stellte sich die existentielle Frage: Warum lässt Gott das bei einem jungen Menschen zu und wie wird es weiter gehen? Damals las ich im Vorzimmer eines Pneumologen die schlichten, fast kindlich anmutenden Verse: „Immer, wenn du meinst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her…“ In Interpretationen wird es abgeleitet aus dem Hohelied der Liebe (1 Kor 13,12-13). Ich hatte damals nach zähem Ringen dieses kleine hoffnungsvolle Lichtlein wieder entdeckt: Nach insgesamt knapp 3 Jahren „Zwangspause“ und in der Hoffnung auf Gottes Liebe und mit Hilfe der Ärzte dann ein neuer Anlauf: Pädagogik-Studium – Anstellung im Schuldienst des Landes – Familienplanung – eingebettet in der Obhut lieber Menschen – vielfältige und erfüllte Tätigkeit in Gesellschaft, Staat und Kirche. Nun bin ich bereits 86 Jahre alt und darf jetzt schon dankbar auf das bisherige Leben zurückblicken.
    Also: Sei guten Mutes und voller Gottvertrauen!
    In diesem Sinne Grüße aus Oberbarmen, auch von meiner Frau
    Hans-Joachim Ossé

    28.08.2021

  4. Conny wiercinski Conny wiercinski

    Guten Morgen Max
    Es ist schön zu lesen, daß die Gebete geholfen haben.
    Werde es weiter machen und denke das du das andere auch gut meistern wirst.
    In Gedanken bin ich jedenfalls dabei.
    Und danke für das Tagebuch, ich lese es immer, nur leider fehlen mir oft die Worte, sorry.
    Wünsche dir weiter viel Kraft
    Liebe Grüße von Conny

  5. Ulrich Fink Ulrich Fink

    Lieber Max Moll, von Ihrem Weg durch Teil 1 konnte ich, da Sie mir den blog-Link mitgeteilt hatten, mehr aus der Ferne erfahren. Ihre dienstlichen Mails werden Sie ja sicherlich nicht abrufen, sodass ich mich nun doch mal auf diese Weise melde. Für Teil 2, der ja nun bald beginnen wird, wünsche ich Ihnen den notwendigen Erfolg und ein gutes Ergebnis. Wenn dann alles überstanden ist und Sie weiterhin noch Bedarf und Lust auf Supervision haben, melden Sie einfach wieder und wir schauen gemeinsam, wie es weitergehen kann.

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