Zum Inhalt springen

Tag 34 – Tomatensuppe mit Knoblauch

Es ist schon verrückt, was in der Medizin alles möglich und wie der Körper so unterwegs ist. Heute wurden mir meine Stammzellen (übrigens sind es jetzt sogar 9 Mio., 2 Mio. wäre das Minimum gewesen) per Spritze in den Körper zurückgegeben. Das ganze Vorgang an sich ist in der Vorbereitung relativ aufwendig und dann doch ziemlich „unspektakulär“. Zunächst braucht es ein Gerät, das auf 37°C eingestellt wird und wie ein überdimensionierter Flaschenwärmer aussieht und die tiefgefrorenen Stammzellen, die gut verpackt in einem Metallumschlag liegen. Und zu guter Letzt einen relativ sterilen „Arbeitsplatz“.

Die Stammzellen werden entnommen und für fünf Minuten in diesen „Wärmer“ gelegt, damit sie „flüssig und kristallfrei“ werden. Mit einer Spritze werden diese dann aufgezogen und über einen Zugang, bei mir eben über den Port, injiziert.

So die Theorie. Praktisch lag ich dann die ganze Zeit an ein EKG angeschlossen und wartete auf die Spritze mit meinen Stammzellen. Die eigentliche Injektion dauert vielleicht 20 Sekunden. Sehr schnell hatte ich dann den Geschmack von Tomatensuppe mit Knoblauch im Mund und mir wurde im Gesicht sehr warm. Und das wars dann auch schon. Jetzt suchen sich die Stammzellen den Weg ins Knochenmark und sorgen hoffentlich dafür, dass die Zeit meines „Zelltiefs“ möglichst kurz ausfällt. Interessanterweise rieche ich (?) und das Zimmer jetzt auch nach dieser Tomatensuppe ;).

Wenn es alles gut läuft, darf ich morgen (Dienstag) bis Freitag nochmal nach Hause und ab Freitag heißt es dann in besonderer Weise aufzupassen, dass ich mir keinerlei Infektion einfange.

Wie es mir mit all dem geht? Schwierig zu sagen… Ich merke, dass mir das „Zimmer“ auf meine Stimmung drückt und ich froh bin, wenn ich nochmal ein paar Tage hier raus komme… Einfach mal was anderes sehen, als die weißen Wände vor einem, oder die sandsteinfarbenen Fassaden durch die Fenster. Und dann hoffe ich natürlich, dass sich mein „Zelltief“ wirklich in Grenzen hält… Aber das weiß ich nicht. Entsprechend habe ich auch Sorgen, dass ich womöglich völlig fertig sein werde…

Jetzt heißt es aber sich freuen, auf hoffentlich ein paar Tage zuhause… und Gott danken, dass es bisher alles so halbwegs gut abgelaufen ist…

2 Kommentare

  1. Dörte Dörte

    Alles Suppe oder was….mein Max 😀was bin ich glücklich, dass es dir gut geht , um zu schreiben und positive Gedankensplitter im Herzen zu haben.

    Eines ist mal klar, die Medizin und unser Körper…..
    ….hätte man mir im Vorfeld gesagt, was der Körper alles schafft, ich hätte alles darauf verwettet.
    Aber Max es ist so, der Körper ist zäh und wird auch das Zelltief, packen. Hey aber Pumba geht es an den Kragen. So richtig an den Kragen…..

    …zu Hause
    nach Tagen
    im Krankenhaus

    wird alles mir zum Fest…

    mein Bett…
    mein Fuchsbau….
    von meinem Geschirr essen
    wann ich will
    was ich will
    wie ich will….

    Privatsphäre….

    keiner kommt und holt einen
    zu angstmachenden Untersuchungen
    jede Tränen und jedes Wort
    der Öffentlichkeit preisgegeben
    in Ruhe gelassen sein…

    zu Hause
    zelebrieren der geschenkten kleinen Freiheit
    Frische Luft….
    Garten….
    Balkon ….
    und jede Menge buntes Leben…

    und alles wird zum Fest…..

    Genieße, so weit es geht, dieses Dazwischen. Das wünsche ich dir von Herzen …….
    Genuß Dazwischen….gelebtes Sein…..

    ❤🙏☀️🐞🙏❤

  2. Sabine und Uli Sabine und Uli

    Lieber Max,
    das sind doch alles gute Nachrichten! Es geht voran! Nun wünschen wir Dir erstmal eine erholsame Auszeit zuhause! Unsere Gedanken sind bei Dir.
    Liebe Grüße
    Sabine und Uli

Antworte auf den Kommentar von Dörte Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert