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Tag 3 – Gefühlslos?

Den gestrigen Resttag habe ich ganz gut vertragen. Wenn man von einem ziemlich üblen Sodbrennen einmal absieht.

Was aber für mich spürbar ist, ist eine Form von „Nebel“ um mich herum. Einem Nebel, der mich umhüllt und der droht, mir ein wenig meine Gefühle zu nehmen. Ich spüre, dass ich „langsamer“ werde… Also nicht nur dass mir das Gehen schwerfällt, sondern auch das Denken und Sprechen (und auch das Tippen). Dennoch versuche ich hier jeden Tag auf dem Ergometer zu sein, und vor allem in Bewegung zu bleiben… was mir aber insgesamt bei einem limitierten „Bewegungsradius“ etwas schwer fällt. Hinzu kommt, dass ich versuche, jeden Tag ein paar Minuten in der Kapelle zu verbringen. Dort einfach zu sitzen und die Nähe Gottes nochmal ein ganz kleines bisschen anders zu erfahren (denn ich gehe davon aus, dass er auch hier im Krankenhauszimmer ist).

In der Kapelle findet sich auch ein interessanter Osterkerzenständer…dort steht drauf: Überlebensstoff. Was ist Überleben? Was ist der Stoff des Lebens? Was durchdringt das Leben? In der Krankensalbung (ein wie ich finde ganz wunderes Zeichen der Zusage Gottes) heißt es: „Er stehe dir bei mit der Kraft des Heiligen Geistes!“. Ein sehr guter Freund von mir hat mir vor ein paar Tagen die Krankensalbung gespendet und mich hat es sehr berührt, wie er die Stelle „mit der Kraft des Heiligen Geistes“ betonte. Der Stoff des Lebens, der Stoff der „über“, „unter“ und das Leben an sich durchdringt, ist der Heilige Geist. Irgendwie schon beeindruckend.

Und so hoffe ich, dass diese Gefühlslosigkeit nicht anhält. Jetzt gerade läuft der letzte Teil der Chemo, der mich nochmal mehr benebelt. Aber ich bin mir sicher, dass dieser Nebel wieder durchbrochen wird.

Immerhin kann ich noch ganz gut essen und habe den Appetit nicht völlig verloren. Das Essen ist nicht so gut wie zuhause, aber es geht. Ansonsten besteht wohl die Möglichkeit, sich einfach eine Pizza liefern zu lassen.

Wie geht es weiter? (Mal sehen, ob von diesem Plan etwas bleibt). Am Sonntag soll ich sehr früh meine Chemotherapie beginnen, dann kann ich am Nachmittag/frühen Abend nach Hause, was ganz schön wäre, aber auch abhängig von meinem Zustand sein wird.

In den dann folgenden Tagen heißt es Blutkontrolle und Stammzellen „sammeln“. (Warum und wie, erkläre ich später mal). Und ich bekomme in der Zeit meinen Port gesetzt. Dann entfällt das Legen des ZVK und auch das Setzen von Kanülen im Arm. Spätestens am 26.05. geht es dann weiter mit der Hochdosis Chemo… Aber bis dahin schreibe ich sicherlich noch den ein oder anderen kleinen Text 🙂

Zu guter Letzte! Danke weiterhin für die zahlreichen motivierenden, hoffnungsvoll stimmenden und zuversichtlichen Nachrichten. Danke an jeden, der an mich denkt. 🙂

6 Kommentare

  1. Dörte Dörte

    Mein lieber Max,

    in tiefer Dankbarkeit fühle,lese und spüre ich deinen Blog. Es ist für mich, wie ein erneutes Annehmen von allem. Du findest Worte, Gedankensplitter, Bilder für die ich sehr , sehr lange keine Worte fand. Lücken, Gedankenumwoben, ja Nebel…….

    Es schmerzt mich sehr, dass du nun diesen Weg gehen musst…..aber du bist ein Kämpfer, ein so liebenswerter Kämpfer. ❤
    …die Vögel sagen
    …der Bach murmelt vor sich hin
    …die Wellen flüstern
    …der Regen spricht
    …der flüchtige Wind erzählt es den Blüten
    …fühlen und begreifen

    …es wird , in jedem Fall es wird….

    🙏❤🧠🐞❤🙏

  2. Marco und Marlis Dadomo Marco und Marlis Dadomo

    Lieber Max, wir denken ganz oft an Dich und schließen Dich immer in unsere Gebete ein. Marco kann sehr gut nachvollziehen wie Du Dich fühlst. Er hatte auch seine Chemotherapie im UKE. Damals habe ich Marco immer was zu Essen mitgebracht. Hast Du Lust auf Panna Cotta? Bring ich Dir gerne vorbei. Ganz herzliche Grüße und Kopf hoch.

  3. Marco und Marlis Dadomo Marco und Marlis Dadomo

    Lieber Max, wir denken ganz oft an Dich und schließen Dich immer in unsere Gebete ein. Marco kann sehr gut nachvollziehen wie Du Dich fühlst. Er hatte auch seine Chemotherapie im UKE. Damals habe ich Marco immer was zu Essen mitgebracht. Hast Du Lust auf Panna Cotta? Bring ich Dir gerne vorbei. Ganz herzliche Grüße und Kopf hoch.

  4. Daniel Fink Daniel Fink

    Ich denke an dich und bete für dich und all deine Lieben! Gottes Segen, Max!

  5. Rony John Rony John

    Lieber Max, ich bin weiterhin im Gebet und in Gedanken bei dir bzw. euch.

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