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Tag 2 – What if?

Gerade läuft in mir das Mittel Ifosfamid durch. Wer sich den Beipackzettel von diesem Zeugs durchliest, wird schnell merken… das sind aber viele Nebenwirkungen, vor allem viele, die ich selbst nicht kenne.

What if. Was ist, wenn dies oder jenes passiert? Das habe ich mich in den letzten zwei Wochen mehr als nur einmal gefragt. Und gestern vor dem Start der Chemo nochmal in besonderer Weise. Was ist, wenn diese oder jene Nebenwirkung auftritt? Was macht das mit mir? Was bleibt von mir, wenn ich eine sogenannte Polyneuropathie bekommen sollte, die die Feinmotorik zerstören kann? Was wenn ich niemals mehr „klar“ denken kann, sondern die Konzentration und auch meine Merkfähigkeit massiv eingeschränkt bleiben? Und was, ja was, wenn Pumba sich von der Chemo nicht beeindruckt zeigt?

Was dann? Wieviel bleibt von mir? Was bleibt von mir?

Ehrlich gesagt…ich denke, dass der Mensch sich oder besser gesagt, dass ich mich durch Dingen wie Redekunst/Feinmotorik/Hörfähigkeit mindestens zu einem Teil definiere. Aber in mir und ich glaube in jedem Menschen, stecken mehr als nur diese Dinge… Es gibt einen Teil, der jeden Menschen zutiefst ausmacht. Einen Teil, an dem wir diesen Menschen spätestens in der Ewigkeit wiedererkennen können. Und an diesen „Teil“, an der Seele, da kann die Chemo bei mir vielleicht Kratzer hinterlassen, aber ein Max bleibt ein Max, möge er auch sonst wie äußerlich und teilweise auch innerlich angegriffen sein.

Die Chemo an sich…Tag 1 und Tag 2 sind jetzt fast komplett rum. Ich würde mal behaupten, dass ich es bis jetzt ganz gut vertrage. Ich habe teilweise Erinnerungslücken, sehe leicht verschwommen und bin richtig gut müde. Ich habe auch Schwierigkeiten mich mal mehr als 20 Minuten auf eine Sache zu konzentrieren, weiter auch leichtes Aufstoßen und schwere Beine. Ja alles nicht ganz so schön, aber an sich würde ich es als halbwegs okay bezeichnen…. Was wäre, wenn es so bleibt? Aber was, wenn es doch noch schlimmer kommt…?

Aber … was wäre, wenn es doch gut wird? Was wäre wenn Gott mit mir ist? Was wäre wenn das Gebet und die Gedanken der vielen Menschen um mich herum, dazu führen, dass ich selbst mit einer besseren Einstellung da dran gehe? Und jetzt streichen wir das wäre…! Denn während ich an den obigen Sachen nur zum Teil etwas ändern kann (die Handschuhe mal abgesehen, hier der Link dazu.) Kann ich an meinen Einstellungen und Co doch was ändern… und es anpacken.. Darauf vertrauen, dass es wird. Heute habe ich den Satz von Bill Clinton gehört: „Wir können nicht alles tun, aber wir müssen tun, was wir können.“ Und meine Ergänzung dazu… und Gott wird bei und in diesem Tun dabei sein. Das spüre ich immer wieder…

Heute hatte ich ein gutes Gespräch mit dem Krankenhausseelsorger Dirk… Der hat mir ein Kreuz, ein Puzzlestück, ein Hoffnungszeichen, einen Gedanken, einen Menschen geschenkt. Und da denke ich jetzt dran, wenn ich mir das anschaue…

What if? Was wenn alles gut ausgeht. Das wäre wunderbar….

9 Kommentare

  1. Andrea John Andrea John

    Ich wünsche dir von Herzen gute Besserung, dass du alles gut überstehst und dir noch viele Träume erfüllen kannst.

  2. Maria Weßling Maria Weßling

    Lieber Max und liebe Caro,
    gestern habe ich das erfahren.
    Ich bin tief betroffen und ohne Worte.
    Ich denke ganz viel an Euch und bete für Euch.
    Maria Weßling

  3. Daiana John Daiana John

    Lieber Max,
    ich wünsche dir gute Besserung und dass die Therapie gut anschlägt. Auch wünsche ich dir und deinen Lieben viel Kraft, Hoffnung und Zuversicht.
    Du wirst es schaffen!!!
    Du hast so viel Gottvertrauen und ich bin sicher er geht diesen Weg mit dir.

  4. Dörte Dörte

    Geh du mit mir an Mauern entlang,
    lass mich Lücken finden durch die das Lebensgrün sich windet.
    Geh du mit mir auf Spurensuche, lass mich die Lebenzeichen entdecken – senfkorngroß.
    Geh du mit mir durch Dornenhecken, lass mich die Knospen sehen die mir verheißen
    ,,Es wird “

    Lieber Max ich kann all das Geschriebene so sehr fühlen, hören, riechen, schmecken, empfinden, anziehen und wegstoßen, eingraben und wieder raus holen, betrachten……Gedankenverloren……

    Denke immer daran, alles kann , aber nichts muss. ( Beipackzettel )

    Alles wird neu , aber es wird…..

    Wir, der Klaus und ich, umarmen dich ganz lieb und dolle und CARO auch. 🙏🧠🐞❤❤🙏

    Gottes Segen für die Nacht…..

  5. Annika John Annika John

    Lieber Max,

    wie so Viele hat mich deine Nachricht geschockt und die Frage, warum Du diesen Kampf auf dich nehmen musst, bleibt wohl ungeklärt.

    Ich wünsche dir ganz viel Kraft und Zuversicht in dieser Zeit. Ich glaube fest daran, dass du den Kampf gewinnst!!! Du hast Gott an deiner Seite.

    Liebe Grüße,
    Annika

  6. Stefan Stefan

    Lieber Max,
    ich lese weiterhin mit und zolle dir meinen größten Respekt, wie du hier alles so beschreibst und die Situation erträgst. Ich wünsche dir viele Momente der Nähe unseres Gottes! Du bist gesegnet! Im Gebet verbunden!
    LG Stefan

  7. Joana Hamelmann Joana Hamelmann

    Hallo Max,
    mir Fehlen die Worte. Im wahrsten Sinne. Ich kann mir nicht mal vorstellen wie du dich grade fühlst und wie schwer das sein muss. Ich wünsche dir ganz viel Kraft und Durchhaltevermögen! Auch wenn Pläne immer nur eine Vorstellung von einem Weg sind, helfen sie doch den ersten Schritt zu gehen. Alle weiteren Schritte wirst du auch schaffen. Auch wünsche ich dir auf deinem Weg Positives und Gutes zu erfahren und die Hoffnung nicht zu verlieren. Meinen tiefsten Respekt dafür, dass du andere teilhaben lässt und so vielleicht auch dem ein oder anderen in ähnlich schwierigen Situationen hilfst.

  8. Rony John Rony John

    Lieber Max, ich wünsche dir viel Zuversicht und Vertrauen auf Gottes Beistand. In Gedanken und im Gebet bin ich bei dir und Caro. Lieben Gruß Rony 🙋🏻‍♂

  9. Klaudius Adamicki Klaudius Adamicki

    Lieber Max, es tut uns sehr leid,dass du mit so einer schlimmen Erkrankung ringen musst und hoffen mit dir auf eine gute Genesung. Wir wünschen dir und Caro viel Kraft und Gottes Segen.

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