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Tag 51 – Gott ist anders

Manchmal neige ich dazu, mir meinen Gott zu machen. Diesen Gott schön in ein vorgefertigtes Kästchen zu packen, damit er meinen Vorstellungen, Hoffnungen, Wünschen und Erwartungen entspricht. Natürlich möchte ich gesund werden, und ich glaube auch, dass das eine legitime „Bitte an Gott“ ist.

Vor einigen Tagen bekam ich einen Text zugesendet: „Radikale Verletzbarkeit als Quelle der Gotteserfahrung“. Giannina Wedde zeichnet dabei (sehr grob zusammengefasst) entlang der Geschichte der „Stillung des Sturmes“ auf, wie Gott uns gerade in den dunklen Stürmen unseres Lebens begegnen kann. Einige Gedanken des Textes schwirren seitdem in meinem Kopf herum. Und manchem kann ich nur schwer zustimmen. Zum Beispiel: „Dieser Weg mag tiefes Leid mit einschließen, und doch ist es weniger ein Leidensweg als ein Entfaltungsweg, ein Weg der Lebendigkeit.“ Der Satz fällt mir schwer, weil es eben doch ziemliche Leidenswege gibt, die manchmal von (scheinbar?) tiefer Sinnlosigkeit geprägt sind. Da ist es für mich schwierig, von „Wegen der Lebendigkeit“ zu sprechen.

Aber das bzw. auch mein Leben ist zerbrechlicher und verletzlicher, als ich es mir selbst „früher“ eingestehen wollte. Und dennoch: Mitten in der Dunkelheit, in der Verletzbar- und Zerbrechlichkeit ist dieser Gott doch da; das hatte ich in den Tagen der Aplasie auch erfahren. Und da kann ich dem Text dann doch wieder zustimmen:

Vertrauen immunisiert nicht gegen Schmerz und Angst. Vertrauen gibt aber unserer Liebesfähigkeit den ihr zustehenden Raum. Und in diesen Raum ist all das Brüchige des Menschseins gebettet. In diesem Raum entschleiert sich Verletzbarkeit als Begegnungsfähigkeit.

Giannina Wedde

4 Kommentare

  1. Dörte Dörte

    Hey Max 🤗 ich danke dir für diese geteilten Gedanken, sowie dem wunderbaren Text.
    Mir gefällt sehr dieses ,, Radikale Verletzbarkeit als Quelle der Gotteserfahrung „. Daran und dem Entfaltungsweg hängt nun mein Denken. Im Leid, – darüber denke ich gefühlt schon immer nach,- welches so vielfältig, grausam und unsinnig ist und erscheint, erwächst , erwacht und erblüht so vieles.

    Zerbrochen / Zersplittert

    Gespalten / Getrennt

    Gefangen / Gefesselt

    Brüchig / Zerstört

    eingebettet in Zeit

    Zeit tickt / Zeit tickt tickt

    die Zeiger der Uhr

    tragen den Menschen Welten zu

    zuckende Bewegung

    auf tickenden Untergrund

    LEBE

    steht geschrieben im Raum der Leere

    die tickende Uhr

    von der Wand genommen

    LEBE

    lebe im Rhythmus der Liebe

    ohne ein Ticken der Zeit

    ist es Gott der heilt ….

    Ich sage Danke meinem Leben für die Liebe und das Licht.
    Mir sagte einmal jemand sehr Vertrautes,,Gott hat mit ihnen großes vor „,
    schwer vorstellbar , wenn ich mich im Epizentrum des Leids befinde.
    Heute Max ahne, spüre , fühle ich einen Hauch davon. Es ist ein Weg voller Schmerz ,Leid, Auf und Ab, Tränen, Wut und Trauer aber es entfaltet sich ….dieses unser von Gott geschenktes Leben.

    Träume, Wage, Tue, Teile……

    Déo gratias 🙏☀️🌻🐞❤️❤️

  2. Marco Müller Marco Müller

    Hallo Max,
    Danke dir für deine Hilfe, die ich von dir erfahren durfte und danke für das Gespräch was wir in Wuppertal im Cafe hatten vor geraumer Zeit. Ich bete für dich und denke auch an dich.. Alles Liebe und Gute und bis bald mal wieder. Herzliche Grüße.
    Dein Marco

  3. Sabine und. Uli Sabine und. Uli

    Lieber Max,
    Wir wünschen Dir von ganzem Herzen, dass Pumba schon kräftig geschrumpft ist und die nächste Runde der Chemo Dich nicht wieder so krass an Deine Grenzen bringt wie die letzte. Wir denken an Dich!
    Liebe Grüße
    Sabine und Uli

  4. Sylvia Sylvia

    Lieber Max,
    auch, wenn die Kommentare teilweise weniger in ihrer Anzahl werden, so wisse: Es lesen nach wie vor so viele Menschen mit!
    Danke, dass du diesen Weg mit uns teilst, ein Stück Zeugnis gibst, uns anrührst, Herz-zu-Herz teilst…
    Ich bete für dich!

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