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Tag 30 – ein bisschen Hoffnung

Seit gestern bin ich wieder in der Uniklinik Essen…und der gestrige Tag war, naja, sehr lang. Das lag unter anderem auch daran, dass ich außer der Blutabnahme und des Unterschreibens des Behandlungsvertrages nix zu tun hatte und wirklich schlecht geschlafen habe. Hinzu kam, dass aufgrund leichter organisatorischer Herausforderungen zunächst kein Bett für mich frei war. So musste oder durfte ich letztlich auf die Palliativstation im vierten Stock. Für ein Krankenhaus finden sich dort wirklich „hotelähnliche“ Zustände und es sieht auch gar nicht so sehr nach Krankenhaus aus.

Zimmer mit Balkon, eine riesige Gemeinschaftsterrasse und es gibt verschiedene Limonaden und sogar Eis! 🙂 Mit den beiden Pflegenden habe ich mich sehr gut verstanden, sodass ich nun herzlich eingeladen bin, nachmittags einfach vorbei zu kommen.

Aber es gibt dort auch…viel Platz für Gedanken und vor allem die unmittelbare Begegnung mit sterbenden Menschen. Was für mich persönlich wohl auch wegen meiner aktuellen Situation echt krass war. Aber es machte mir nochmal deutlich, dass das Leben hier kann nicht alles gewesen sein! Das ist zutiefst mein Glaube, dass wir uns alle irgendwann wiedersehen werden in der Ewigkeit.

Seit heute morgen bin ich dann wieder auf der WTZ 2. Und es ist interessant, dass man die Leute wiedererkennt und sich auch grüßt. Nach dem Frühstück begann dann für mich die Hochdosischemo. Und zwar bekomme gerade ich Carboplatin in der 1,25fachen und Etoposid in der 5fachen Dosis. Gerade die Dosis Etoposid wird mein Blutbild und meine Blutproduktion ziemlich zerstören,…aber hoffentlich auch Pumba heftigst angreifen. Immerhin hält sich die Übelkeit bisher sehr in Grenzen (den Medikamenten sei Dank) und ich merke insgesamt eine moderate Müdigkeit, die sicherlich noch viel stärker werden wird. Aber einen solchen „Psychotrip“ wie letztes Mal mit Ifosfamid spüre ich bisher noch nicht. Hoffen wir mal, dass das so bleibt. Die Ärztin ist da sehr guter Dinge. 🙂

Und sie hatte heute noch eine weitere hoffnungsstimmende Botschaft. Zu Beginn der ganzen Therapie am 05. Mai (es kommt mir vor, als wäre das mehrere Monate her) war mein AFP Wert bei 19512. (Der AFP Wert ist ein sogenannter Tumormarker. Je höher er ausfällt, desto schlechter ist es. „Normal“ ist wohl alles unter 10). Gestern lag der Wert bei 2801, was laut Ihrer Aussage und meinen deutlich verbesserten Lungengeräuschen wirklich sehr gut ist.

Gleich habe ich eine kurz Pause, bevor dann heute Abend gegen 22 Uhr die letzten beiden Beutel Etoposid angehängt werden. Ich geh mir dann vielleicht ein Eis holen. 😉

3 Kommentare

  1. Klingt gut und zuversichtlich, Herr Professor. Weiter so! Sie gewinnen das Krimispiel gegen dieses Monster und schicken es zurück ins Disney-Musical – wo es hingehört 😛

    Alles Gute

  2. Dörte Dörte

    Hey der Max 😃☀️,

    Eiscreme 🍨buntes Leben

    Farbe
    Mut zur Farbe

    keine pastellige Andeutung
    kein weder-noch, vierleicht-später, och-nö
    kein vorsichtiger Bleistiftstrich, wegradierbar

    sondern:

    Eiscreme buntes Leben
    Farbe satt
    intensiv
    dick aufgebracht
    Fühlen, Schmecken, Staunen, Hinsehen

    Schokoladen stark
    Zitronen süß
    Himbeeren bunt

    knallbuntes
    Carpe diem

    Müdigkeit tut gut in dieser Zeit…..
    hinwegschlafen über Nebenwirkungen….
    sich von Pumba lösen….

    Fühl dich umarmt herzenslieb
    🙋‍♀️❤🧠🐞❤☀️🙏

  3. Rony John Rony John

    Lieber Max, ich wünsche Dir weiterhin viel Kraft und Zuversicht. In Gedanken und im Gebet bin ich weiterhin bei Dir. Lieben Gruß Rony

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