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Tag 1 – „Nie bereitet und doch bereit…“

Ich danke euch für die vielen lieben Nachrichten, die mich aus der ganzen Welt erreichten. Nachrichten der Bestärkung, der Hoffnung, der Liebe, des Nahseins und des Betens…

Wie läuft das jetzt eigentlich ab? Was habe ich heute bis jetzt erlebt? Was macht das für die kommenden Tage?

Zunächst… ich habe heute wieder gemerkt… was nützen mir meine Pläne, meine Hoffnungen, wenn sie doch anders sind… denn gehofft hatte ich… insgesamt 20 Tage Krankenhaus a 5 Tage und dann nochmal RestOP und fertig. Pumba besiegt. Und jetzt kommt es dann doch ganz anders.

Heute morgen wurde mir dankenswerterweise ein Einzelzimmer zugeteilt. Mir tut das sehr gut, mir das Zimmer mit niemanden teilen zu müssen und auch einfach weinen zu können, wenn mir danach ist… Ja, das ist echter Luxus, aber das nehme ich mit.

Im Anschluss ging es dann zum Legen des Zentralen Venenkatheters, kurz ZVK… Dafür wurde ich von einem sogenannten „Transporter“ begleitet… (btw…wer den Film The Transporter nicht kennt, unbedingt anschauen)…dieser führte mich auf „direktem Weg“ durch ein weit verzweigtes Tunnelsystem bis zum Ort des Geschehens. Ziemlich krass, dass die Uniklinik Essen durch eine solches System komplett miteinander verbunden ist.

Zum Legen des ZVKs: Jeder der Angst davor hat, dass einem ein 10-15cm langer Schlauch durch eine Vene in den Körper geschoben wird… ich kann das total gut verstehen. Denn allein der Gedanke ist super seltsam…. Doch außer der Spritze für die lokale Betäubung, hatte ich zumindest gar keine Schmerzen. Ein bisschen Drücken ja, aber Schmerzen? Nö. Gott sei Dank nicht.

Zurück im Zimmer kam es dann zum Gespräch mit dem Oberarzt und der Assistenzärztin… falls jemand von Ihnen das liest… danke für das Aushalten und vor allem Beantworten meiner zahlreichen teils sehr detailreichen Nachfragen. Am Ende des Gespräch stand dann die Prognose…

50 zu 50. Seltsames Gefühl… aber zu 50% wieder gesund zu werden, sind, wenn ich ehrlich bin, doch verdammt viel. Hinzu kommt ja schließlich auch noch der „Gottfaktor“. Durch meine ganzen Recherchen war ich irgendwie darauf vorbereitet, aber irgendwie auch wieder nicht. Jedenfalls hieß es da noch…wir machen diese PEI-Chemo – 4 Zyklen a 21 Tage.

Und auch von diesem Plan ist zumindest nach heutigem Stand nicht mehr viel übrig… Sollte ich die Chemo, die gerade in meinem Körper fliest (erste Müdigkeit spüre ich bereits), halbwegs okay vertragen, dann soll nach Absprache mit Prof. Grünwald eine HochdosisChemo inkl. autologer Stammzellenspende folgen… Das kommt dann erst in ein paar Wochen von daher…abwarten! Auch wenn es für mich super schwierig ist. Grundsätzlich soll die HochdosisChemo die „Heilungswahrscheinlichkeit“ um gute 10% steigern. Auch wenn es insgesamt mindestens 60 Tage stationären Krankenhausaufenthalt bedeutet. Und mal ehrlich 60%!? Das klingt doch gut!

Gegenwärtig bekomme ich eine Chemo mit drei sogenannter Zytostatika. Etoposid, CISplatin und Ifosfamid. Und jede Menge anderes Zeug zur Spülung und Verhinderung aller möglicher Nebenwirkungen (unter anderem Übelkeit)…

Wichtig ist mir an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass CISplatin wohl sogenannte Polyneuropathien auslösen kann… Kribbeln in den Fingern bis hin zum Verlust der Feinmotorik. Dagegen soll es allerdings helfen, sich kleinere OPHandschuhe anzuziehen und zwar zwei Stück übereinander. Dazu gibt es eine spannende Studie aus Japan.

Ich werde mir jedenfalls jetzt die Handschuhe anziehen… bis ca. 23 Uhr laufen die Infusionen durch…

So sieht das aus… noch mit Haaren, in drei Wochen sind die dann weg…

10 Kommentare

  1. Dörte Dörte

    ….der Max….ein Kämpferherz……ein mir sehr vertrautes Bild…….

    Einige Zeit bin ich still
    atme nur
    denken dürfen
    was ich als nächstes schreien könnte
    still sein
    denken dürfen
    besser sein……

    Allmächtiger sei mir gnädig.
    Ich bitte darum!

    Noch ist es nicht Zeit!
    Erst die All-Liebe leben lernen !

    ……ein Stück Ich wird zum Du……

    Komm gut durch die Nacht Max ❤🙏

  2. Christoph Christoph

    Hi Max❣️
    Ich hatte heute Kontakt mit einem lieben Kollegen von der REWE der vor ein paar Jahren ziemlich heftig Krebs hatte und ihn nach einer schwierigen Zeit wohl (hoffentlich endgültig) besiegt hat. Er erzählte mir von einer Frau die er wohl auf ihrem Weg durch die Krankheit begleiten durfte und die darüber ein (online) Buch geschrieben hat das über Facebook zu erreichen ist:
    https://www.facebook.com/diemutloewin/
    Ich soll dich schön von ihm grüßen und Dir das Buch ans Herz legen.
    Danke dass du deinen Weg mit uns teilst 🤟🏼🙏🏻 und schön dass uns soviel verbindet 💪🏼
    Wir haben noch eine Menge vor 😉 und ich glaube daran dass wir gemeinsam auch noch eine Menge auf den Weg bringen werden 💪🏼
    YNWA
    Christoph

  3. Sabine und Ulrich Böcker Sabine und Ulrich Böcker

    Lieber Max, auch wir sind in Gedanken bei Dir und wünschen Dir von ganzem Herzen, dass die Therapie erfolgreich verläuft. Viel Kraft! Sabine und Uli Böcker

  4. Lieber Max, Peter D aus K meldet sich aus der Versenkung und ist geschockt von der Diagnose. Das ist ja ein schlechtes Krimi-Dinner, das sich das Leben für dich ausgedacht hat!

    Ich wünsche dir alles erdenklich Gute für diese Zeit und werde auf jeden Fall zu den Stamm-Lesern gehören.

    Dir, Caro und deiner Familie wünsche ich die nötige Kraft für diese Zeit und den nötigen Support von oben! Ich bin in Gedanken bei dir, dem verrückten Professor, der noch so viele Expeditionen vor sich hat.

    Bleib so zuversichtlich wie du jetzt bist, die Daumen sind gedrückt!

    LG aus K (auch an Caro)
    Peter (D aus K) < dieser Name ist bis heute erhalten geblieben und hat sich in zahlreiche Zoom-Meetings verirrt

  5. Norbert Fink Norbert Fink

    Danke, dass du uns teilnehmen lässt an deinem Leben, an den guten wie den schlechten Zeiten.
    Norbert

  6. Andrzej Bednarz Andrzej Bednarz

    Lieber Max, ich bete für Dich und unsere Marien Grotte in Steinenbrück wir für Dich auch beten. Hab Mut!

  7. Monika Monika

    Hi Max ich wünsche dir viel Kraft und Gottes Segen.Monika

  8. Roman Debinski Roman Debinski

    Lieber Max, wir halten die Daumen und sind in Gedanken bei dir. Schöne Grüße und viel Kraft. Es wird alles gut!👍😘❤️

  9. Lorena Gensler Lorena Gensler

    Ich trage dich im Gebet, lieber Max❤️!

    Lorena

  10. Anna-Lisa Anna-Lisa

    Lieber Max,
    Ich wünsche dir viel Kraft und Stärke für die kommende Zeit. Du warst immer für uns da, nicht nur für uns, für alle Jugendliche und dafür sind wir dir soo dankbar!

    Jetzt sind meine Gedanken bei dir!
    Unsere Gebete auch! 🙏🙏🙏

    Du schaffst das!

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